Geschichte vom Wolf und Hund

(nach Aesop)

Der Wolf un der Hund, der den Hof des Bauern bewachte begegneten sich eines Tages und grüßten sich mit der gebotenen Höflichkeit.

Der Wolf war hager und zottelig, der Hund war wohl genährt, mit glänzendem Fell.

„Sag, Vetter, wie kommt es, dass du so wohlgenährt bist?“ fragte der Wolf.

„Ich habe eine gute Arbeit“ antwortete der Hund. „Ich wache über den Hof des Bauern und verjage die Diebe. Dafür bekomme ich morgens, mittags und abends Fleisch zu fressen“

„Das ist wirklich ein herrliches Leben. Ich wollte, ich hätte es so gut wie du!“

„Aber wie kommt es. dass du so hager und struppig bist?“, fragte nun der Hund.

„Ich lebe frei im Wald“, antwortete der Wolf. „Ich tue, wie es mir beliebt und bin ständig auf der Jagd. Und wenn der Vollmond scheint, treffe ich mich mit meinen Brüdern auf dem Felsen und singe für den Mond.“

„Das ist wirklich ein herrliches Leben. Ich wollte, ich hätte es so gut wie du!“

(Fassung dieser traditionellen Geschichte aus dem Buch: Füttere den weißen Wolf. Weisheitsgeschichten die glücklich machen, Ronald Schweppe/Aljoscha Long, München 2016)

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