Zum Schmunzeln und Nachdenken

Johann war schon als Kind fromm erzogen worden. Er betete jeden Tag mehrfach und hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott. Er erzählte Gott von all seinen Sorgen und fand in seinem Glauben Zuversicht, Geborgenheit und Liebe. Manchmal hatte er auch einen kleinen Wunsch, den er Gott in seinem Gebet vortrug und jedes Mal, wenn er das tat, ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Als er als Kind Gott darum bat ihm zu helfen ein wichtiges Fußballspiel gegen die Jungs aus der Sonnenstraße zu gewinnen, konnte er den himmlischen Beistand auf dem Feld quasi spüren. Sein Team gewann mit 3 Toren Vorsprung.

Als er als Jugendlicher Gott darum bat ihm zu helfen das Herz von Irmtraud zu erobern, konnte er sein Glück kaum fassen, als er zwei Tage später mit ihr auf dem Herbstfest tanzte.

Als er ein paar Jahre später Gott darum bat ihm zu helfen, das Wohlwollen von Irmtrauds Vater zu sichern, konnte er es kaum fassen als dieser ihn, als er um die Hand seiner Tochter anhielt, in die Arme schloss.

Als er Gott bat ihm zu helfen eine Wohnung für sich und Irmtraud zu finden, war es wie ein Wunder, als seine Tante ihm und Irmtraud ihr Haus überlies, weil sie selbst in eine Wohnung ohne Treppen zog.

So gab es viele große und kleine Bitten im Leben, die Gott Johann erfüllte. Nur bei einer Sache half Gott Johann nicht. Jeden Abend, seit seinem 16. Geburtstag bat Johann Gott um einen Lottogewinn. Er hatte ein schönes Leben, aber mit einem Lottogewinn wäre es noch um einiges einfacher gewesen. Doch egal wie oft er Gott um den Lottogewinn bat, der Wunsch ging nicht in Erfüllung. Als er im Alter von 99 Jahren starb, hatte er Gott über 30.000 Mal darum gebeten. Vergeblich.

Im Himmel angekommen, fragte er Gott:

„Herr, warum hat du mir gerade diesen einen Wunsch verwehrt?“

Gott musterte ihn nachdenklich:

„Johann, jeden Tag, wollte ich dir deine Bitte erfüllen. Jeden Tag habe ich darauf gewartet, dass du einen Lottoschein ausfüllst, aber du hast es nicht einmal getan!“

Über die Wahrheit – ein aktuelle Geschichte

Die Blinden und der Elefant

In einem fernen Land stritten sich die Gelehrten einmal darüber, was Wahrheit ist. Der König, ein wirklich weiser Mann, rief daraufhin einige Blinden zu sich und bat sie, einen Elefanten zu betasten. Danach fragte er, was denn ein Elefant ist. Der Blinde, der die Ohren berührt hatte, sagte, dass ein Elefant groß und platt ist, derjenige, der den Rüssel berührt hatte, sagte, dass ein Elefant lang und rund wie ein Rohr ist. „Nein, das stimmt nicht“, rief ein anderer, „ein Elefant ist so stämmig wie eine Säule“. Dieser Blinde hatte die Beine betastet. Der vierte Blinde berichtete, dass seiner Meinung nach ein Elefant lang und glatt und am Ende spitz ist. Er meinte damit die Stoßzähne. Schließlich unterbrach der König sie und sagte: „Ihr habt alle recht, aber jeder hat nur ein kleines Stück des Elefanten beschrieben. Genauso ist es mit der Wahrheit: Was wir sehen oder wahrnehmen, ist oft nur ein kleiner Teil dessen, was wirklich ist.“